Zeitstruktur

Ohne eine veränderte zeitliche Gestaltung des Schultages kann die gebundene Ganztagsschule nicht gelingen. Deshalb ist eine Rhythmisierung des Ganztags unverzichtbar. Es gibt viele Möglichkeiten, Phasen der Konzentration und Entspannung sinnvoll abzuwechseln. An der Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule Nürnberg erfolgt dies, indem Neigungsangebote mit verpflichtendem Fachunterricht sowie Wochenplan- und Projektarbeit abwechseln. Vertretungen werden dort über den sog. Jahresplan „Bereitschaftsdienst“ organisiert, d. h. jede Lehrkraft hat je nach Unterrichtsverpflichtung maximal sieben Bereitschaftsnachmittage pro Jahr. „Bis 13 Uhr erfährt sie/er, ob sie/er an dem betreffenden Tag gebraucht wird.“ Die Erfahrung der Grundschule Emmering lehrt, dass Rhythmisierung umso besser gelingt, „je weniger Lehrerinnen und Lehrer in der betreffenden Klasse unterrichten,“ da der Stundenwechel so geringere Schwierigkeiten bereite, wie Christel Benzinger erklärt. Aus Sicht von Dieter Fischer, Schulleiter des Caspar-Vischer-Gymnasiums Kulmbach, bewährt sich deshalb das „Doppelstundenprinzip als Grundlage“ für einen gut rhythmisierten, schülerorientierten Stundenplan. Rita Malterer-Forster von der Eugen-Papst-Schule Germering, die ebenfalls zu „möglichst viele[n] Doppelstunden“ rät, empfiehlt „regelmäßig kurze Bewegungspausen“ zwischen den Stunden. Denn sie steigern die Konzentrationsfähigkeit der Kinder. Von großer Bedeutung ist außerdem eine ausreichend lange Mittagspause von mindestens 60 Minuten, damit genug Zeit bleibt, um zu essen, sich zu unterhalten und auszuruhen.