Ganztag in der Lehrer(aus)bildung

Mit dem Ausbau von Ganztagsschulen reagiert Bayern sowohl auf gesellschaftspolitische wie auch auf bildungspolitisch-pädagogische Herausforderungen. Ein konsequenter nächster Schritt dieses Ausbaus ist es nun, das Thema in der Ausbildung der angehenden Lehrkräfte zu verankern, damit bedarfsgerechte Angebote auch in Zukunft durch engagierte und gut ausgebildete Lehrkräfte organisiert und durchgeführt werden können. 
Deshalb stehen im Folgenden für Lehramtsanwärterinnen und -anwärter sowie Studienreferendarinnen und -referendare, aber auch für alle interessierten Lehrkräfte kurze, einführende Video-Tutorials zur Verfügung, in denen am Ganztag Beteiligte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Bildungslandschaft Einblicke in das weite Feld der Ganztagsschulpädagogik geben. So berichtet beispielsweise Michael Rißmann von den Plänen des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst bezüglich des bedarfsgerechten Ausbaus des Ganztagsschulangebotes in Bayern. Eva Espermüller-Jug, pensionierte Schulleiterin der Städtischen Anne-Frank-Realschule München, 1. Preisträgerin des Deutschen Schulpreises 2014, beschreibt die veränderte Lernkultur an ihrer Schule. 

Übersicht

Die zwei ehemaligen Studienreferendare Frauke Teichmann und Benjamin Pölloth schildern ganz unbefangen ihre ersten Berührungspunkte mit der Thematik Ganztag, die nicht unterschiedlicher hätten sein können, regen so zum Nachdenken an und fordern zu einer ersten, eigenen Positionierung heraus.
Michael Rißmann, Leiter des Referats IV.8 Ganztagsschulen, Mittagsbetreuung am Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, schildert die Ausbaustrategien der Bayerischen Staatsregierung bezüglich der schulischen Ganztagsbetreuung.
Neben selbstorganisiertem Lernen votiert Josef Erl, Musiklehrer an der Clermont-Ferrand-Mittelschule Regensburg, das Mehr an Zeit im Ganztag vor allem für musikalische und kreative Projekte zu nutzen.
Stefanie Nägerl, Lehrerin und Beratungslehrerin an der Grundschule Berg-am-Laim-Straße München, und Henry Steinhäuser, Leiter des Referats GA-5 "Ganztag" am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, erörtern im Gespräch die Chancen und Herausforderungen, die mit dem Mehr an Zeit im Ganztag verbunden sind.
Eva Espermüller-Jug, pensionierte Schulleiterin der Anne-Frank-Realschule München, berichtet über die gelingende Praxis und die veränderte Lernkultur an ihrer Schule.
Gisela Tamm und Schulpsychologe Patrick Scheel sind beide Lehrkräfte am Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm und stecken im Gespräch ab, wie wichtig ein verändertes Raumkonzept, Rhythmisierung und nicht zuletzt ein neu gedachtes Rollenverständnis des Lehrers im Ganztag jeweils ist.
Susanne Rinno, Schulleiterin der Gustav-Woehrnitz-Mittelschule Lohr am Main, macht deutlich, dass es im Ganztag - dem Motor der Schulentwicklung an ihrer Schule - eine veränderte Lernkultur braucht und ein Weiterdenken des bisherigen Rollenverständnisses aller am Ganztag beteiligten Akteure.
Dr. Andre Scherl, Mitarbeiter am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (GA-3 Medienbildung), gibt einen kurzen Einblick über die Vielzahl der Möglichkeiten, wie neue Medien in den Unterrichtsalltag - gerade des Ganztags - integriert werden können.
Christian Schroth, Vorstand des Bayerischen Jugendrings und Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Bundestag, benennt die Chancen und Herausforderungen, die eine Kooperation von Jugendarbeit und Schule mit sich bringt.
Der Tänzer Stefan Dreher erklärt anhand des Beispiels Tanz, wie kreative Angebote im Ganztag verankert werden können und so ganz automatisch eine gelingende Kooperation mit externen Partnern angebahnt werden kann.
Markus Streicher, Seminarrektor der Werner-Ziegler-Mittelschule Senden, plädiert dafür, im Ganztag den Unterricht zu öffnen und z. B. noch stärker die sozialen oder kommunikativen Kompetenzen der einzelnen Schülerinnen und Schüler in den Blick zu nehmen und diese zu fördern. 
Richard Steurer, Ganztagskoordinator Grund-, Mittel und Förderschulen und Koordinator Bildungsregionen, schildert anhand von zwei Beispielen wie Öffnung von Schule für außerschulische Partner, freie Träger, Verbände, die Jugendhilfe oder die Wirtschaft funktionieren kann.